Die fehlende Stunde im März: Was aus 2 Uhr wird

Am letzten Sonntag im März gibt es in Deutschland eine Nacht mit einer ungewöhnlichen Lücke auf der Uhr. Sobald die Zeit 2 Uhr erreichen würde, wird die Anzeige auf 3 Uhr vorgestellt. Damit beginnt die Sommerzeit. Die Stunde dazwischen erscheint an diesem Datum nicht als örtliche Uhrzeit: Weder 2:15 Uhr noch 2:30 Uhr oder 2:59 Uhr kommen vor. Wer den Wechsel beobachtet, erlebt deshalb einen großen Sprung der angezeigten Zeit, obwohl tatsächlich nur der nächste Augenblick vergangen ist.

Der letzte Sonntag bestimmt das Datum

Der Termin richtet sich nach dem Wochentag und liegt deshalb nicht jedes Jahr auf derselben Zahl im Kalender. Gemeint ist immer der letzte Sonntag des Monats März. Er fällt zwangsläufig auf einen Tag zwischen dem 25. und dem 31. März. Um ihn im Kalender zu finden, lässt sich vom Monatsende aus rückwärts bis zum ersten Sonntag zählen. Die betreffende Nacht ist die Nacht von Samstag auf Sonntag. Am Samstagabend gilt zunächst noch die bisherige Zeit; erst am frühen Sonntagmorgen erfolgt der Wechsel.

Vor dem Sprung gilt die Mitteleuropäische Zeit, abgekürzt MEZ. Danach gilt die Mitteleuropäische Sommerzeit, kurz MESZ. In englischsprachigen Zeitangaben stehen dafür CET und CEST. Diese Kürzel bezeichnen die Zeit vor und nach der Umstellung und helfen, den Übergang eindeutig zu beschreiben. Die Formulierung von 2 Uhr MEZ auf 3 Uhr MESZ macht deutlich, dass sich mit der angezeigten Stunde auch die geltende Zeitbezeichnung ändert. Der Kalendertag bleibt dabei derselbe Sonntag; die Uhr springt weder auf Montag noch auf ein anderes Datum.

Was unmittelbar nach 1:59 Uhr passiert

Eine Uhr mit Sekundenanzeige zeigt unmittelbar vor der Umstellung 1:59:59 Uhr. Eine Sekunde später lautet die örtliche Zeit 3:00:00 Uhr. Die gesamte Reihe der Uhrzeiten von 2:00:00 bis 2:59:59 Uhr wird übersprungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sechzig Minuten unbemerkt verstrichen wären. Menschen, Bewegungen und laufende Vorgänge setzen sich ohne Unterbrechung fort. Nur die Zuordnung zwischen dem jeweiligen Augenblick und seiner Uhrzeit ändert sich. Die fehlende Stunde ist also eine Lücke in den örtlichen Zeitangaben dieses Tages.

Besonders anschaulich wird das an einer Verabredung für 2:30 Uhr in dieser Nacht. Diese örtliche Uhrzeit gibt es am Umstellungssonntag nicht. Sie lässt sich deshalb ohne zusätzliche Vereinbarung keinem tatsächlichen Zeitpunkt zuordnen. Aus der Angabe allein folgt auch nicht, dass automatisch 3:30 Uhr gemeint wäre. Für ein Treffen oder einen anderen festgelegten Termin muss eine tatsächlich vorkommende Uhrzeit vereinbart werden. Dagegen sind 1:30 Uhr vor der Umstellung und 3:30 Uhr danach eindeutig. Zwischen diesen beiden Angaben liegt allerdings weniger Zeit, als die Ziffern vermuten lassen.

Warum dieser Sonntag nur 23 Stunden hat

Von Mitternacht zu Beginn des Umstellungssonntags bis zur folgenden Mitternacht vergehen 23 Stunden. Der Tag enthält die Stunden vor 2 Uhr und anschließend die Stunden ab 3 Uhr. Es fehlt genau der Abschnitt, den die Uhr überspringt. Der Sonntag bleibt dennoch ein vollständiger Kalendertag mit seinem Datum und seinem Wochentag. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen einem Tag als Eintrag im Kalender und einer Dauer von 24 Stunden. Beides stimmt im Alltag meistens überein, bei der Zeitumstellung im März jedoch nicht.

Auch kürzere Zeitspannen über den Wechsel hinweg müssen entsprechend berechnet werden. Von 1:30 Uhr bis 3:30 Uhr vergeht in dieser Nacht eine Stunde. Zunächst liegen dreißig Minuten zwischen 1:30 Uhr und dem Umstellungszeitpunkt; danach folgen dreißig Minuten von 3:00 Uhr bis 3:30 Uhr. Von 1 Uhr bis 4 Uhr sind es zwei Stunden. Wer nur die angezeigten Stundenzahlen voneinander abzieht, zählt die übersprungene Stunde fälschlich mit. Für Zeiträume, die vollständig vor oder vollständig nach dem Sprung liegen, ist dieser Abzug dagegen nicht nötig.

Was die Umstellung für die Nacht bedeutet

Wer am Samstag um 23 Uhr schlafen geht und am Sonntag um 7 Uhr aufsteht, hat zwischen diesen Uhrzeiten sieben Stunden zur Verfügung. Ohne die Umstellung wären es acht. Ob jemand tatsächlich die ganze Zeit schläft, ist eine andere Frage; das Beispiel beschreibt nur die verfügbare Zeitspanne. Der verbreitete Ausdruck, eine Stunde Schlaf zu verlieren, bezieht sich auf diesen verkürzten Abstand bei gleichbleibenden Uhrzeiten. Wer zu anderen Zeiten ins Bett geht oder aufsteht, hat selbstverständlich eine andere Schlafdauer. Die Uhrumstellung legt diese nicht für alle Menschen fest.

Bei einer Uhr, die von Hand gestellt wird, muss die Anzeige um eine Stunde vorgerückt werden, damit sie anschließend die Sommerzeit anzeigt. Eine unverändert weiterlaufende Uhr liegt danach eine Stunde hinter der geltenden Ortszeit. Für Absprachen am Sonntagmorgen ist daher entscheidend, ob bereits die neue Zeit angezeigt wird. Die Umstellung erzeugt zugleich kein zusätzliches Tageslicht. Sie verschiebt die Uhrzeit, die einem bestimmten Stand der Sonne zugeordnet ist. Unmittelbar durch diesen Wechsel liegen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf der Uhr eine Stunde später als bei fortgesetzter MEZ.

Die fehlende Stunde und ihr Gegenstück im Herbst

Ende Oktober läuft der Wechsel in die andere Richtung: Die Uhr wird von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Dann kommt die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr zweimal vor. Im März fehlt dieser Abschnitt dagegen vollständig. Wer sich die Richtung merken möchte, kann sich deshalb auf die konkrete Abfolge konzentrieren: Im März folgt auf 1:59:59 Uhr direkt 3:00:00 Uhr. Daraus ergeben sich sowohl der verkürzte Sonntag als auch die Besonderheiten beim Berechnen nächtlicher Zeitspannen. Für eine Uhrzeit innerhalb der Lücke braucht es eine neue, eindeutige Festlegung.

Häufige Fragen

Wann wird die Uhr im März vorgestellt?

Am letzten Sonntag im März wird die Uhr in Deutschland von 2 Uhr MEZ auf 3 Uhr MESZ vorgestellt. Dieser Sonntag liegt zwischen dem 25. und dem 31. März.

Gibt es in der Umstellungsnacht eine Uhrzeit 2:30 Uhr?

Nein. Die örtlichen Uhrzeiten von 2:00 Uhr bis unmittelbar vor 3:00 Uhr werden übersprungen. Ein Termin um 2:30 Uhr benötigt deshalb eine andere, ausdrücklich vereinbarte Uhrzeit.

Wie viel Zeit vergeht von 1:30 Uhr bis 3:30 Uhr?

In der Umstellungsnacht im März vergeht dazwischen genau eine Stunde, weil die Uhr von 2 auf 3 Uhr vorspringt.

Hat der letzte Sonntag im März nur 23 Stunden?

Ja. Zwischen der Mitternacht zu Beginn dieses Sonntags und der folgenden Mitternacht liegen in Deutschland wegen der Umstellung 23 Stunden.

Wird es durch die Zeitumstellung länger hell?

Die Umstellung schafft kein zusätzliches Tageslicht. Sonnenaufgang und Sonnenuntergang liegen nach dem Wechsel auf der Uhr eine Stunde später, als sie bei fortgesetzter MEZ liegen würden.