Feiertage nach Bundesland: Wo ist arbeitsfrei?

In Deutschland gelten neun gesetzliche Feiertage in allen 16 Bundesländern. Je nach Wohn- oder Arbeitsort kommen weitere Termine hinzu, sodass einzelne Länder mehr arbeitsfreie Feiertage haben. Entscheidend ist dabei grundsätzlich der Arbeitsort: Ein Feiertag am Wohnort bedeutet nicht automatisch frei, wenn sich dein Arbeitsplatz in einem anderen Bundesland befindet. Besonders sichtbar werden die regionalen Unterschiede bei Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt, Allerheiligen, dem Buß- und Bettag, dem Weltkindertag und dem Internationalen Frauentag.

Diese neun Feiertage gelten in ganz Deutschland

Bundesweit gelten Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, der Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, der Tag der Deutschen Einheit sowie der erste und zweite Weihnachtstag. Im Jahr 2026 sind das neun Feiertage. Einige davon fallen auf einen Samstag oder Sonntag und schaffen daher für Beschäftigte mit einer üblichen Woche von Montag bis Freitag keinen zusätzlichen freien Werktag. Einen allgemeinen Ersatztermin am folgenden Montag gibt es in Deutschland nicht. Deshalb kann sich die Zahl der tatsächlich verfügbaren Arbeitstage von Jahr zu Jahr ändern, obwohl die Liste der bundesweiten Feiertage gleich bleibt.

Die regionalen Feiertage beruhen überwiegend auf religiösen Traditionen oder besonderen Entscheidungen einzelner Landesgesetzgeber. Einige gelten im gesamten Bundesland, andere nur in bestimmten Gemeinden. Eine pauschale Aussage wie „Bayern hat immer diese Zahl an Feiertagen“ kann deshalb für den konkreten Arbeitsort ungenau sein. Wer seine Arbeitstage berechnet, sollte neben dem Jahr und dem Bundesland gegebenenfalls auch die Gemeinde berücksichtigen.

Fronleichnam, Mariä Himmelfahrt und Allerheiligen

Fronleichnam ist im gesamten Gebiet von Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland ein gesetzlicher Feiertag. In Sachsen und Thüringen gilt er zusätzlich in bestimmten Gemeinden mit katholischer Prägung. Im übrigen Deutschland ist der Tag regulär ein Arbeitstag. Da Fronleichnam stets auf einen Donnerstag fällt, lässt sich in den betreffenden Regionen durch einen freien Freitag ein langes Wochenende bilden. Außerhalb dieser Gebiete bleiben Donnerstag und Freitag normale Werktage.

Mariä Himmelfahrt am 15. August gilt im ganzen Saarland. In Bayern ist die Lage kleinteiliger: Dort ist der Tag nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag. Zwei benachbarte bayerische Orte können daher unterschiedliche Regelungen haben. Für Beschäftigte, deren Wohn- und Arbeitsort nicht identisch sind, zählt erneut der Ort der Arbeitsstätte. In den anderen Bundesländern ist Mariä Himmelfahrt kein gesetzlicher Feiertag.

Allerheiligen am 1. November ist in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland arbeitsfrei. In Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen handelt es sich dagegen um einen gewöhnlichen Werktag, sofern das Datum nicht auf das Wochenende fällt. Damit gehört Allerheiligen zu den Feiertagen, an denen Pendler über Landesgrenzen hinweg unterschiedliche Öffnungs- und Arbeitszeiten besonders deutlich bemerken können.

Besondere Feiertage einzelner Länder

Der Buß- und Bettag ist nur in Sachsen ein gesetzlicher Feiertag. Er liegt immer an einem Mittwoch, und zwar am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres. Der Wochentag folgt der historischen evangelischen Tradition gemeinsamer Bußtage in der Wochenmitte. In den übrigen Bundesländern wurde der gesetzliche Feiertag 1995 abgeschafft; kirchlich wird der Tag dort weiterhin begangen, ohne allgemein arbeitsfrei zu sein. Für einen Arbeitskalender bedeutet das: Nur bei einem Arbeitsort in Sachsen wird dieser Mittwoch als gesetzlicher Feiertag abgezogen.

Auch neuere Feiertagsregelungen schaffen regionale Unterschiede. Der Weltkindertag am 20. September ist seit 2019 ausschließlich in Thüringen ein gesetzlicher Feiertag. Der Internationale Frauentag am 8. März wurde 2019 in Berlin zum Feiertag; seit 2023 gilt er außerdem in Mecklenburg-Vorpommern. Wer nur eine ältere Übersicht verwendet, kann diesen zweiten Geltungsbereich leicht übersehen. Hinzu kommen weitere regionale Besonderheiten, etwa der Reformationstag in mehreren nord- und ostdeutschen Ländern sowie das Augsburger Friedensfest, das ausschließlich im Stadtgebiet Augsburg gilt.

Arbeitstage und Schulferien richtig einordnen

Regionale Feiertage verändern die Zahl der Arbeitstage, aber nicht in jedem Kalenderjahr gleich stark. Fällt ein zusätzlicher Feiertag auf Montag bis Freitag, sinkt die Zahl der regulären Arbeitstage. Liegt er am Wochenende, entsteht bei einer üblichen Fünftagewoche kein weiterer freier Tag. Für 2026 weist der bundesweite Grundkalender 254 Arbeitstage, 111 Wochenend- und Feiertage sowie neun bundesweite Feiertage aus. Regionale Feiertage an Werktagen müssen für das jeweilige Bundesland oder die betreffende Gemeinde zusätzlich berücksichtigt werden. Auch Teilzeitmodelle, Schichtarbeit und betriebliche Regelungen können das persönliche Ergebnis verändern.

Schulferien werden von den Bundesländern festgelegt und unterscheiden sich deshalb ebenfalls regional. Ein gesetzlicher Feiertag ist jedoch nicht dasselbe wie eine Ferienperiode: Er macht einen einzelnen Schultag frei, während Beginn und Ende der Ferien nach dem jeweiligen Ferienkalender bestimmt werden. Bewegliche Ferientage oder schulinterne freie Tage können rund um einen Feiertag liegen, müssen es aber nicht. Für Familien zählt daher beides getrennt: der Feiertagskalender des Landes und der veröffentlichte Ferienplan der konkreten Schule. Bei Reisen zwischen Ländern kann ein Zielort bereits Ferien haben, während am Heimatort noch regulärer Unterricht stattfindet.

Häufige Fragen

Wie viele gesetzliche Feiertage gibt es in ganz Deutschland?

Neun gesetzliche Feiertage gelten in allen 16 Bundesländern. Weitere Feiertage hängen vom Bundesland und teilweise sogar von der jeweiligen Gemeinde ab.

Welches Bundesland zählt für meinen arbeitsfreien Feiertag?

Maßgeblich ist grundsätzlich der Ort, an dem du arbeitest, nicht dein Wohnort oder der Sitz des Unternehmens. Bei mobiler Arbeit kann die konkrete arbeitsrechtliche Zuordnung eine Rolle spielen.

Wo ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag?

Fronleichnam gilt landesweit in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In Teilen Sachsens und Thüringens ist er ebenfalls arbeitsfrei.

Warum fällt der Buß- und Bettag immer auf einen Mittwoch?

Der Termin folgt der evangelischen Tradition von Bußtagen in der Wochenmitte. Er liegt am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des evangelischen Kirchenjahres und ist nur in Sachsen gesetzlicher Feiertag.

Sind gesetzliche Feiertage automatisch Teil der Schulferien?

Nein, Feiertage und Schulferien werden getrennt geregelt. Ein Feiertag kann einen einzelnen Schultag frei machen, ohne dass davor oder danach Ferien liegen.