Buß- und Bettag 2026

JahrDatumWochentag
202618. November 2026Mittwoch
202717. November 2027Mittwoch
202822. November 2028Mittwoch

Art des Feiertags: gesetzlicher Feiertag, arbeitsfreier Tag.

Der Buß- und Bettag ist der einzige Feiertag Deutschlands, der nur noch in einem einzigen Bundesland arbeitsfrei ist: in Sachsen. Bis 1995 war er bundesweit ein gesetzlicher Feiertag; dann wurde er fast überall gestrichen.

Das Datum: Mittwoch vor dem 23. November

Der Tag hat kein festes Datum und hängt auch nicht mit Ostern zusammen. Die Regel lautet: Der Buß- und Bettag ist der Mittwoch vor dem 23. November. Damit fällt er immer in das Fenster vom 16. bis zum 22. November — ist der 23. November selbst ein Mittwoch, gilt der Mittwoch davor, also der 16. November.

Der Grund für diese eigenwillige Formel liegt im Kirchenjahr. Der Buß- und Bettag liegt eine gute Woche vor dem ersten Advent, genauer: am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, dem Ewigkeitssonntag. Weil dieser Sonntag zwischen dem 20. und 26. November liegt, ergibt sich für den Mittwoch davor genau das Fenster 16. bis 22. November. Auf diese einheitliche Regel einigten sich die evangelischen Landeskirchen Mitte des 19. Jahrhunderts; zuvor gab es regional völlig unterschiedliche Bettage.

Warum er abgeschafft wurde

1995 wurde die Pflegeversicherung eingeführt. Um die Arbeitgeber für ihren Anteil an den Beiträgen zu entlasten, strichen die Länder einen Feiertag — die Wahl fiel auf den Buß- und Bettag. Sachsen entschied sich als einziges Land dagegen und behielt den freien Tag. Der Ausgleich wird dort bis heute anders geleistet: Beschäftigte in Sachsen tragen einen um einen halben Prozentpunkt höheren Anteil am Beitrag zur Pflegeversicherung als Beschäftigte in den anderen Ländern. Der Feiertag ist damit einer der wenigen, dessen Preis konkret beziffert werden kann.

Wo der Tag arbeitsfrei ist

  • Sachsen — gesetzlicher Feiertag
  • Bayern — kein Feiertag, aber schulfrei
  • Alle übrigen vierzehn Länder — normaler Arbeitstag

In allen Ländern bleibt der Tag ein kirchlicher Feiertag mit Gottesdiensten; Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können in mehreren Ländern für den Gottesdienstbesuch unbezahlt freigestellt werden. Frei im Sinne des Feiertagsrechts ist er aber nur in Sachsen.

Wie der Tag begangen wird

Inhaltlich geht es um Innehalten, Selbstprüfung und Umkehr — ursprünglich in Notzeiten ausgerufen, später fest im Kalender verankert. Die evangelischen Kirchen halten Gottesdienste, oft mit gesellschaftlichem Bezug. In Sachsen ist der Tag zugleich ein stiller Tag mit Einschränkungen für öffentliche Tanzveranstaltungen.

Kein Wochenendproblem

Da der Buß- und Bettag definitionsgemäß auf einen Mittwoch fällt, kann er nie auf ein Wochenende rutschen. Weil er mitten in der Woche liegt, ergibt er allerdings auch kein langes Wochenende — Brückentage helfen hier nur, wenn gleich zwei genommen werden.

Was geöffnet hat

In Sachsen bleiben Geschäfte, Behörden, Banken und Schulen geschlossen, der Nahverkehr fährt nach Feiertagsfahrplan. In den übrigen fünfzehn Ländern ist es ein ganz normaler Mittwoch — in Bayern allerdings mit schulfreien Kindern bei arbeitenden Eltern, was dort regelmäßig für Betreuungsfragen sorgt.