Wie benutzt man den Online-Timer?
Anderthalb Stunden entsprechen ungefähr einem ultradianen Zyklus, jener Schwingung von rund neunzig Minuten, nach der Aufmerksamkeit und Wachheit von selbst nachlassen. Für Aufgaben, die vollständige Konzentration verlangen, ist das eine brauchbare Obergrenze: eine Architektur entwerfen, einen längeren Text schreiben, einen komplizierten Datensatz durchdringen, ein Gutachten formulieren.
Der Unterschied zum normalen Arbeitsblock liegt in der Vorbereitung. Alles, was während der Zeit gebraucht wird, liegt vorher bereit, Fragen an Kollegen sind vorher gestellt, das Postfach ist geschlossen und nicht nur stummgeschaltet. Im Großraumbüro klappt das mit Kopfhörern und einer Absprache im Team, wer in dieser Zeit ansprechbar ist; im Homeoffice über einen geblockten Kalendereintrag, den auch andere sehen. Häufig liegt der Block früh am Tag, bevor Abstimmungen und Rückfragen eintreffen.
Wer mitten in der Sitzung merkt, dass etwas fehlt, notiert es und arbeitet weiter, statt nachzuschlagen. Nach neunzig Minuten folgt eine richtige Pause von zehn bis fünfzehn Minuten ohne Bildschirm, sonst kippt der nächste Block. Zwei solche Einheiten am Tag sind für die meisten das Maximum; der Rest des Tages trägt Abstimmung, Ablage und Kleinkram ohnehin besser.
Häufige Fragen
Warum neunzig Minuten?
Aufmerksamkeit folgt einer Schwingung von etwa dieser Länge, danach lässt die Wachheit von selbst nach. Wer darüber hinaus weitermacht, arbeitet meist langsamer, als er nach einer Pause wäre.
Wie schaffe ich das im Großraumbüro?
Mit einer Absprache im Team, wer in dieser Zeit ansprechbar ist, und einem sichtbar geblockten Kalendereintrag. Kopfhörer allein senken den Lärm, aber nicht die Zahl der Ansprachen.