Wie benutzt man den Online-Timer?
Eine Viertelstunde Vorlesen am Abend ist eine Länge, die sich auch an vollen Tagen halten lässt, und Regelmäßigkeit wirkt hier stärker als Dauer. Fünfzehn Minuten reichen für ein kurzes Kapitel oder zwei Bilderbuchgeschichten, und sie lassen sich in eine Gute-Nacht-Geschichte einbetten, ohne dass die Zubettgehzeit jeden Abend weiter nach hinten rutscht.
Unterbrechungen gehören dazu. Kinder fragen nach Wörtern, zeigen auf Bilder, wollen wissen, warum die Figur so handelt, und erzählen von etwas Ähnlichem aus der Kita. Diese Abschweifungen sind der eigentliche Teil, an dem Wortschatz und Sprachverständnis wachsen, auch wenn dadurch in einer Viertelstunde manchmal nur drei Seiten geschafft werden. Wer zügig durchliest, um das Kapitel zu beenden, spart Zeit an genau der falschen Stelle.
Das offene Ende ist der Streitpunkt: nach der letzten Seite kommt zuverlässig die Bitte um eine weitere. Ein vorher gesetzter Endpunkt macht daraus eine Absprache statt einer Verhandlung im Halbdunkeln. Bei Kindern, die schon selbst lesen, dreht sich das Prinzip gern um, und sie lesen einen Teil der Viertelstunde laut vor, während die Erwachsenen zuhören.
Häufige Fragen
Was, wenn das Kind ständig unterbricht?
Fragen und Abschweifungen sind der Teil, an dem Wortschatz und Verständnis wachsen. Drei Seiten mit Gespräch bringen mehr als ein zügig durchgelesenes Kapitel.
Lohnt Vorlesen noch, wenn das Kind selbst lesen kann?
Ja, denn Zuhören funktioniert sprachlich deutlich über dem eigenen Lesetempo. Viele teilen die Viertelstunde dann auf und lesen abwechselnd vor.